Spende auf dem Weihnachtsmarkt

Bald ist es wieder soweit und die Weihnachtsmärkte öffnen. Doch kann man diese Besinnlichkeit auch für den guten Zweck nutzen? Wir haben uns nach Möglichkeiten umgesehen und sind auf sehr viel Engagement gestoßen.

Kennen Sie den weltbekannten Weihnachtsmarkt in Krefeld? Wahrscheinlich nicht, dabei ist dieser „Besondere Weihnachtsmarkt in Krefeld“ wirklich etwas Besonderes. 50 Vereine, Initiativen und soziale Gruppen werden 2022 zum 34. Mal selbstgebasteltes Spielzeug und weihnachtliche Dekorationen anbieten. Auch selbstgebackenen Kuchen und Weihnachtsplätzchen können die Besucher probieren. Die Erlöse dienen einem karitativen Zweck. Ein umfangreiches weihnachtliches Bühnenprogramm mit Live-Musik rundet den Weihnachtsmarkt ab, der immer am Samstag vor dem zweiten Advent stattfindet.

Apropos Selbstgebackenes oder Eingekochtes: Hier gilt es aufzupassen. Hygienevorschriften und Allergenkennzeichnungen sind einzuhalten, und eventuell ist auch eine Genehmigung für ein vorläufiges Gaststättengewerbe beim Verkauf von Lebensmitteln einzuholen. Sonst droht schnell ein Bußgeld von 50 Euro. Werden Produkte nur gegen Spende abgegeben, entfällt die Genehmigung, aber nicht die Kennzeichnungspflicht.

Firmenspendenaktion

Auch Firmen können für einen Weihnachtsmarkt gewonnen werden. So wie die Software-Firma LMIS AG, die 2020 ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Kundinnen und Kunden zur Bastelstunde und einen Verkauf für den guten Zweck einlud. Glühwein und Waffeln gab‘s natürlich auch. Der Weihnachtsmarkt wurde ein Erfolg für die Belegschaft wegen des Teambuildings – Wann basteln Softwareentwickler schon mal am Weihnachtskranz? – und wegen des Verkaufs. 1.181,41 Euro kamen für das Osnabrücker Hospiz zusammen, denn der Erlös von 590,87 Euro wurde der LMIS AG verdoppelt.

Übrigens: Auch Service-Clubs sind auf Weihnachtsmärkten mit eigenen Ständen aktiv und verkaufen Dinge für den guten Zweck. Ein schönes Beispiel ist Round Table 85 in Ortenau, der schon seit 40 Jahren einen Stand auf dem dortigen Weihnachtsmarkt hat. Als durch Corona die Märkte ausfielen, kam man auf eine neue Idee: den Weihnachtspaketversand. Der bisherige Klassiker am Stand war Raclette und Glühwein. Raclette lässt sich schlecht versenden. Aber Glühwein, Lebkuchen und Linzer Torte schon. Die Initiatoren wurden allerdings vom Erfolg der Idee überrollt, denn „als eine Firma aus dem Raum Frankfurt 1.500 Pakete bestellte, standen wir vor einer logistischen Herausforderung“, so der Präsident Matthias Krügel gegenüber Baden online. Aber die Pakete wurden versandt, auch dank der Hilfe anderer Round Tables, und der Reinerlös lag bei über 10.000 Euro für Hilfsprojekte in Osteuropa.

Kein Stand und doch Aktion?

Eine Frage stellt sich: Wie kommt man als gemeinnützige Organisation auf einen Weihnachtsmarkt? Das ist gar nicht so einfach. Gerade die bekannten touristischen Weihnachtsmärkte vergeben Marktlizenzen, die heiß begehrt sind. Meist werden die Märkte vom Stadtmarketing organisiert, wie beispielsweise in Herne in NRW. Dort kann man sich um zwei „Karitative Hütten“ bewerben. Allerdings nicht für die ganze Zeit, sondern tageweise gegen eine moderate Standgebühr. „Trotz der Pandemiesituation war die Karitative Hütte im vergangenen Jahr ein Lichtblick, der den Menschen in schwierigen Zeiten ein wenig Hoffnung gemacht hat. Die Teilnehmenden haben uns durchweg von einem überraschend starken Zulauf berichtet“, so Tina Dzierla, die als zuständige Projektleiterin des Stadtmarketings den Herner Weihnachtsmarkt organisiert. Bewerbungen sind immer bis Oktober möglich. Dieses Jahr wird‘s also nichts mehr.

Und was, wenn es mit einem Standplatz nicht klappt? Dann gibt es ja noch Aktionen die mit Händlern getätigt werden können. Beispielsweise den Verkauf von Produkten für den guten Zweck. Auch ein Auftritt im Rahmenprogramm mit einer Spendenbitte ist denkbar. Auf dem Hamberger Weihnachtsmarkt gibt es zum Beispiel eine Tombola für den guten Zweck mit Sachpreisen und Einkaufsgutscheinen zu Gunsten von Vereinen der Samtgemeinde Hambergen. Vielleicht muss man den Weihnachtsmarktveranstaltern ein solches Konzept auch erst schmackhaft machen. Insbesondere, wenn viele Vereine beteiligt sind. Auch der Weihnachtsmann mag unternehmerische Verantwortung.

Pfandaktionen

Und zum Schluss bleibt da noch der berühmte Glühweinbecher. Pfandspendenaktionen kennt man ja. In Bielefeld nutzte das Stadtmarketing 2019 die Pfand-Idee für eine Spendensammlung zugunsten der Pflanzung neuer Bäume im Stadtwald. Also erst Glühwein oder Punsch trinken, dann die Weihnachtsmarkt-Tasse zurückbringen und das Pfandgeld von zwei Euro in die Sammeldosen für den Bielefelder Stadtwald stecken. Wegen der damit verbundenen größeren Öffentlichkeit konnten seit Beginn der Aktion im Jahr 2019 bis zum Dezember 2021 bereits fast 60.000 Bäume gepflanzt werden, weil knapp 459.000 Euro gespendet wurden.

Bildquellen

  • Bielefelder Weihnachtsmarkt: Bielefeld Marketing GmbH

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner