Externes Know-how einbinden

Expertise ist in vielen Vereinen vorhanden, meist aber zum eigenen Thema. Bei Aufgaben wie Flyer-Gestaltung, Datenbank-Management, Buchhaltung oder Event-Planung sieht das oft anders aus. Doch dafür gibt es Freelancer, die das gegen Geld, teilweise aber auch ehrenamtlich organisieren. Wir haben einige Möglichkeiten zusammengestellt.

Ehrenamtliche Hilfe ist immer toll, weil sie einen schnell weiterbringt. Oft fehlt es dabei aber an der nötigen Kontinuität. Ein Jahresabschluss muss nun mal jedes Jahr gemacht werden. Gut, wer da einen Experten an der Hand hat, der das erledigen kann. Das trifft aber nicht auf alle Vereine zu. Deshalb sind Steuerberater die meistbeschäftigten „Freelancer“ in Vereinen. Man kauft sich einfach Expertise dazu. Das funktioniert aber auch bei anderen Themen, wie Fundraising, Buchhaltung, Organisation oder sogar Interims-Geschäftsführung. Der Vorteil ist, dass eine Festanstellung meist deutlich teurer kommt. Durch die Auslagerung von Projekten, die nicht zu den Kernaufgaben der Mitarbeiter oder des Vorstandes gehören, können diese sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Für beide Seiten wichtig ist es dafür, vorab einiges zu klären. Peggy de Lange von der Freelancer-Plattform „Fiverr“ gab dazu kürzlich im Fundraiser-Magazin einige Tipps:

  • Genaue Definition der Aufgaben des Projektes
  • Klärung der Kommunikationswege
  • Gutes Briefing, was erwartet wird
  • Zeitlicher und finanzieller Rahmen

De Lange empfiehlt auch, über Teamwork nachzudenken: „Mit gemischten Teams aus festen Mitarbeitern und hoch qualifizierten Freelancern eröffnen sich NGOs ganz neue Möglichkeiten. Solche Teams sind besonders produktiv, ergänzen sich in ihren Expertisen und bringen – für den regelmäßigen Blick über den Tellerrand – ein hohes Maß an Diversität mit.“

Freiwillige Expertise gefragt

Viele Vereine überfordert aber selbst das finanziell. Deswegen gibt es mittlerweile auch eine Reihe von Organisationen, die ehrenamtliche Expertise vermitteln, dafür aber auch intensive Mitarbeit erwarten. Youvo.org ist ein solches Beispiel. Auf dieser Plattform bieten Freelancer für gemeinnützige Organisationen ehrenamtliche Hilfe in Design, Foto, Video, Text, PR und Online an. Auch konzeptionelle Beratung wird angeboten. Wichtig ist den Machern, dass junge Talente einen Raum bekommen, sich auszuprobieren. Im Gegenzug für die Unterstützung wird erwartet, dass die sozialen Organisationen sich die Zeit nehmen, die Kreativen zu betreuen und ihrer Arbeit Wertschätzung entgegenbringen. Der ehrenamtliche Einsatz soll keine bezahlten Arbeitsplätze ersetzen, sondern digitale und kreative Ressourcen dort zugänglich machen, wo sonst die Mittel dazu fehlen.

Youvo wählt die sozialen Organisationen anhand von Werten aus, die offen auf der Webseite kommuniziert werden. Darunter fallen zum Beispiel die Größe und die Wirkung der Organisation, sowie der zeitliche Rahmen des kreativen Engagements.

Eine weitere Empfehlung für kleinere Vereine ist die Initiative AZUBI-Projekte des Förderverein für regionale Entwicklung e.V. Der Verein setzt sich für eine möglichst praxisnahe Ausbildung ein. Die Azubis lernen in konkreten Projekten, Websites zu programmieren. Es dauert etwas länger, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ein Beispiel ist die neue Website der Chemnitztalbahn.

Freelancer finden

Weitere Freelancer-Plattformen sind spinnen-netz.de oder changeius.com.

Die Organisation „Unternehmen: Partner der Jugend“ organisiert eine pro-Bono-Rechtsberatung.

Und wer es etwas größer braucht, der findet in der Dienstleistungsübersicht des Fundraiser-Magazins oder des Deutschen Fundraising Verbandes eine große Bandbreite von Agenturen und Freelancern für viele Themen rund um das Fundraising und Kommunikation.

Bildquellen

  • Puzzleteile: REDPIXEL/AdobeStock

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