Pro-Bono mit Tücken

Pro-Bono-Leistungen sind für viele Vereine eine willkommene Möglichkeit Geld zu sparen. Mittlerweile werden viele Dienstleistungen pro bono angeboten. Doch in der Zusammenarbeit mit den Gebern ist einiges zu beachten.

Im Gegensatz zu den USA und Großbritannien ist Pro-Bono-Beratung in Deutschland noch nicht sehr verbreitet. Zur weiteren Verbreitung beigetragen haben Vereine wie Pro Bono Deutschland e.V., Correl Aid e.V. oder Yuovo e.V. Sie alle versuchen Non-Profit-Organisationen mit Expertinnen und Experten zu vernetzen.

Auch viele Unternehmen haben das Thema für sich entdeckt und betten es in die Corporate-Social-Responsibility-Strategie mit ein. So stellt beispielsweise die bekannte Anwalts- und Wirtschaftskanzlei Freshfields ihren Berufseinsteigern auf einer Einführungsveranstaltung aktuelle Pro-Bono-Mandate vor. Denn solche Mandate lohnen sich auch für die Anwaltskanzlei, um Praxiserfahrungen zu sammeln und das Image zu heben. Freshfields gehört auch zu den Gründungsmitgliedern von Pro Bono Deutschland e.V. die mittlerweile mit der großen Mittlerorganisation „Unternehmen Partner der Jugend“ (UPJ), zusammenarbeiten. UPJ bietet zu ihrer Pro-Bono-Rechtsberatung am 21. April ein Webinar an.

Auch Studenten führen bereits kostenfreie Rechtsberatungen durch, wie bei Pro Bono Heidelberg e.V. Anders als die Großen der Branche richtet sich das Augenmerk hier mehr auf das Zivil- und Verwaltungsrecht und das Asylrecht. Das kommt also eher in Frage, wenn man Betroffene aus diesem Bereich unterstützen möchte. 150 Studentische Berater und 35 Volljuristen unterstützen den Verein bei seiner Arbeit.

Waren es am Anfang eher Rechtsthemen, so hat die Vielfalt der Beratungsmöglichkeiten mittlerweile zugenommen. Organisationsberatung bietet beispielsweise Changeius. Vostel und UPJ unterstützen bei der Kontaktaufnahme zu Firmen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ehrenamtliche Tätigkeiten anbieten, dem Corporate Volunteering. Yuovo bietet Kommunikationsberatung, insbesondere, wenn es um die Digitalisierung geht. Correl Aid schließlich bietet Unterstützung bei Data-Science-Projekten. Oft sind die Kapazitäten aber kleiner als die Nachfrage. Die Projekte brauchen deshalb auch meist länger als bei bezahlten Aufträgen. Gearbeitet werden kann halt immer nur dann daran, wenn Zeit ist.

Steuerberatung wird auch von einigen Kanzleien Pro Bono erledigt. Dr. Stefan Winheller begründete seine Pro-Bono-Arbeit gegenüber Legal Tribune online vor einigen Jahren so: „Mich interessiert die Branche genau deshalb, weil ich aus dem Steuerrecht komme. Ich wollte mit Menschen zu tun haben, die Gutes tun, interessante Projekte umsetzen und anderen helfen.“ Mittlerweile zählt seine Kanzlei zu den führenden Experten im Non-Profit-Bereich.

Das sollte geklärt werden

Wichtig ist es deshalb, vorab mit den Anbietern klar zu besprechen, was man voneinander erwartet. Der Zeithorizont sollte sinnvoll gestaltet sein, und auch die NPO sollten die Zeit für Einarbeitung und Abstimmung nicht zu gering bemessen. Gut ist es, vorab die Motivation beider Seiten zu klären. Das schafft klare Verhältnisse. Intern sollte die Zusammenarbeit genauso behandelt werden wie mit anderen Dienstleistern. Auch Fragen von Haftung, Versicherung und Rechten sollten geklärt werden. Zum Schluss bleibt die Fortführung des Projektes in der eigenen Organisation. Wissenstransfer ist hier nur ein Stichwort. Wichtig ist auch zu klären, was eine Pro-Bono-Arbeit ist. Sie hat nämlich nichts mit einer Aufwandsspende zu tun, denn die Leistungen werden ehrenamtlich erbracht. Für eine Aufwandspende, die auch gern Rückspende genannt wird, müsste ein Vertrag abgeschlossen werden. Obwohl dabei kein Geld fließt, kann der Dienstleister einen Betrag nur spenden, wenn er einen Anspruch darauf hat, und der wird durch einen Vertrag geregelt. Das Finanzamt wird sonst schnell misstrauisch.

Bildquellen

  • Schriftzug an Hauswand: bamagal/unsplash

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