AKADEMISCHES

Digitale Schwelle überwinden

Ressourcen und Gesetze stressen Vereine und Stiftungen bei der Digitalisierung
Ressourcen und Gesetze stressen Vereine und Stiftungen bei der
Digitalisierung

Wenn der Digital-Report 2020 des „Haus des Stiftens“ etwas gezeigt hat, dann, dass sich die deutschen Non-Profit-Organisationen bei dem Thema deutlich steigern müssen. Viele Organisationen sehen das als große Herausforderung im nächsten Jahr. Ein Förderprogramm könnte dabei helfen.

Über 5.000 Non-Profit-Organisationen und Social Entrepreneure beteiligten sich an der Umfrage des „Haus des Stiftens“. Jede zweite dieser Organisationen sieht in der Digitalisierung eine große oder sehr große Herausforderung. Wie der Digital-Report 2020 zeigt, ist diese Aufgabe aktuell ehrenamtlich dominiert: 40 Prozent der befragten NPOs verlassen sich für die Organisation ihrer IT auf ehrenamtliche, 19 Prozent auf hauptamtliche Mitarbeiter. 18 Prozent der befragten Organisationen haben einen externen Dienstleister zur Verfügung. In jeder fünften NPO (22 %) gibt es überhaupt keinen Verantwortlichen für dieses Thema. Als besonders kritisch wird die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, wie die DSGVO und das Aufbringen der finanziellen Mittel für die Digitalisierung genannt.


Stiftung schließt Förderlücke

Die Kostenfrage könnte sich etwas entspannen. Bisher waren gemeinnützige Organisationen von der Mittelstandsförderung und damit auch der Digitalisierungs-Förderung ausgeschlossen. Die erst dieses Jahr gegründete Stiftung Engagement und Ehrenamt schließt nun diese Förderlücke. Das erste Förderprogramm der Stiftung fördert die Anschaffung von Hard- und Software, Coaching, Weiterbildung und sogar Personal- und Honorarkosten für Digitalisierungsprojekte. Die Einreichung muss aber bis zum 1. November erfolgen und gilt vorrangig für Organisationen im ländlichen Raum. Orientierung für die Softwareauswahl gibt die gerade vom Fundraiser-Magazin publizierte „Marktübersicht Software für Vereine, Verbände und Stiftungen“ 2020, in der über 50 Datenbanken vorgestellt werden.


Weiterbildung dringend nötig

Auch die Fundraising Akademie bietet mit Kursen zum Thema Online-Fundraising und Database-Management  förderfähige Weiterbildungen an. Dass Weiterbildung Not tut, zeigt auch der Digital Report 2020: Nur 14 von 100 der befragten Organisationen sehen sich hinsichtlich Wissen und Ressourcen für die Digitalisierung gerüstet. Gleichzeitig geben nur rund 14 Prozent der Studienteilnehmer an, ihre Mitarbeiter zu Themen der IT und Digitalisierung weiterzubilden. Die Mehrheit der befragten NPOs plant, keinerlei Gelder in IT-Personal (68 %), IT-Schulungen (49 %) oder die Auslagerung für IT (69 %) zu investieren. Wenn Geld da ist, wird es überwiegend in Soft- und Hardware investiert.
Wie gut die Organisation für die Digitalisierung aufgestellt ist, kann jeder mit einem digitalen Schnellcheck des „Haus des Stiftens“ herausfinden. Der dort ermittelte digitale Reifegrad ist Maß dafür, inwiefern NPOs über das erforderliche Bewusstsein und Wissen sowie die Fähigkeiten, Infrastruktur und Ressourcen verfügen, um sich erfolgreich digitalisieren zu können. Anhand des individuellen Ergebnisses wird ein Benchmarking mit ähnlichen Organisationen möglich.

(Bild: DIGITAL-REPORT 2020, Haus des Stiftens)

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